Karijini-Nationalpark // Roadtrip Western Australia, Norden: Teil III

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Karijini ist mit 627.445 Hektar der zweitgrößte Nationalpark Westaustraliens. Seine landschaftliche Vielfalt überwältigt uns, die vielen Bademöglichkeiten sowieso. Wie erwartet, ist es heiß hier im nördlicheren Teil des Landes – die natürlichen Pools des Parks: perfekt. 

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// 23/08/2017 | Newman – Karijini-Nationalpark, 20 km

Ausschlaggebend dafür, die Nacht auf dem Roadside Stop bei Newman zu verbringen, war vor allem dessen attraktive Lage. Nur ca. 20 km vom östlichen Ende des Karijini-Nationalparkes entfernt, können wir gleich früh am Morgen im Park sein und den Tag komplett zum Erkunden nutzen, ohne die Nacht gleich direkt dort verbracht zu haben. 

Eine Nacht im Park kostet 10 AUD / Person. Das ist zwar vollkommen verkraftbar, hätte sich aber bei unserer späten Ankunft am Abend zuvor kaum gelohnt. Mindestens eine Nacht wollen wir sicher im Park bleiben und dann spontan entscheiden, ob wir um eine weitere verlängern. Der sowieso zu bezahlende Eintrittspreis pro Fahrzeug (12 AUD) gilt für den gesamten Aufenthalt. Um die Natur möglichst wenig zu belasten, wird auf dem Camp so ziemlich auf alles verzichet, was einigermaßen verzichtbar ist. Wasser gibt es keines, der Müll muss mitgenommen werden und die Toiletten könnten mehr sein. Schatten findet man nur auf den Day-Use-Areas, zu denen wir aufgrund der Entfernung mit dem Auto fahren (müssen).

Während die Hauptzufahrtsstraßen mittlerweile asphaltiert sind, ziehen sich durch den restlichen Park vor allem Schotterpisten;   viele gut befahrbar, für andere braucht man Allradantrieb.

Mittlerweile sind wir relativ weit im Norden und die Temperaturen klettern zuverlässig immer weiter nach oben. Wir sind bei über dreißig Grad angelangt und auch, wenn der Park noch sehr viel mehr Wanderungen zu bieten hat, entscheiden wir uns zuerst für das Pilgern von einem Natural Pool zum nächsten. Sie sind eine der Besonderheiten hier.

Der Karijini-Nationalpark überwältigt uns. Die sonst so staubig-trockene Landschaft des Hochplateaus ist hier mit allerlei schmalen Flussläufen durchzogen. Teilweise stürzt das Wasser in eine der unzähligen tiefen Schluchten, sammelt sich in kleinen und größeren Becken. Während die Flussbetten selbst die meiste Zeit des Jahres ausgetrocknet sind, laden die entstandenen natürlichen Pools zum Baden inmitten der atemberaubend vielfältigen Landschaft ein.

Bunte Wildblumen, die meisten gelb, blitzen zwischen den anderen Pflanzen, von denen es hier trotz der steinigen, trocken anmutenden Landschaft erstaunlich viele gibt, hervor. Der in der australischen Wüste so typische Sand, dessen rote Farbe auf den hohen Eisengehalt und dessen Reaktion mit der Luft (er rostet quasi) zurückzuführen ist, strahlt komplementär mit dem saftigen Grün der Büsche um die Wette. Spätestens der strahlend blaue Himmel, wolkenlos, macht die Farbpalette komplett. Sogar die Felsspalten sind bewachsen, und vor allem im Tief der Schluchten wachsen unzählige Bäume, bilden fast schon kleine Wälder. Sie sammeln sich vorrangig um die natürlichen Pools. 

Wir wandern – ein wenig oberhalb, meist innerhalb der dank der verschiedenen Gesteinsschichten oft gestreift aussehenden Schluchten – erfrischen uns zwischendurch immer wieder an und in einer der klaren Wasserstellen und erfreuen uns an den Schatten spendenden Bäumen. Dass das Gestein so viele Farben hat, liegt an den darin enthaltenen Mineralien und deren Zusammenspiel. Asbest, Eisen, Kupfer.

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Die Dales Recreation Area ↑, in welcher sich auch unser Camp befindet und die wir an diesem Tag komplett erkunden, ist nur ein Teil des erschlossenen Teils des Nationalparks. Sämtlicher Tourismus beschränkt sich auf den nördlichen Teil des insgesamt 627.445 Hektar großen Parks, dem zweitgrößten übrigens in Westaustralien. Der Süden ist weitgehend noch unerschlossen.

Als wir vor unserer Weiterfahrt am nächsten Morgen gegen halb neun ein zweites Mal unseren Favoriten, den Fern Pool, aufsuchen, sind wir zu unserer Überraschung bis auf einige Kakadus vollkommen alleine. Neben ihrem Gezwitscher hört man nur das gleichmäßige Plätschern des Wasserfalls, ansonsten ist es absolut still. Friedlich.

Dass das Baden in dem schon um diese Uhrzeit erstaunlich warmen Wasser und unter dem kleinen Wasserfall, der rauschend in das Becken stürzt, größtes Tageshighlightpotential hat, ist uns schon in dem Moment klar, als wir uns langsam nähern. Noch lange bevor wir unsere Zehenspitzen vorsichtig ins Wasser strecken. 

 

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