Inmitten roter Felsen – Von Perth bis Meekatharra // Roadtrip Western Australia, Norden: Teil I

Auf Achse

„Auf jeden Fall einer der schönsten Campingplätze unserer Reise“ lautet Stefans Urteil, da habe ich selbst noch nicht einmal das Auto verlassen. Muss ich auch gar nicht, ich stimme selbst so sofort zu. 

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//  21 / 08 / 2017

Peace Gorge heißt dieses faszinierende Gebiet am Rande des Ortes Meekatharra, und ja, friedlich ist es hier tatsächlich. Um uns herum rot-braune Felsen und glatte Steinplatten, Granitgestein; dazwischen ein paar Bäume, viele davon ziemlich kahl und trocken.  

Man darf hier offiziell übernachten, umsonst, trotzdem sind wir fast alleine. Die beiden anderen Fahrzeuge stehen so weit weg, dass wir sie zuerst fast übersehen und von der Ecke aus, in der wir uns häuslich einrichten, dann nur noch mit großer Mühe finden können. Es ist absolut still – nicht einmal Vögel scheint es hier zu geben, und wären da nicht die spärlich verteilten Mülltonnen, würden wir uns vollkommen abgeschnitten von jeglicher Zivilisation fühlen. Nur sie erinnern daran, dass es eben doch Leben hier gibt. Die Felslandschaft leuchtet und spätestens als die Sonne langsam dahinter verschwinden zu droht, hat das satte Rot der Steine, in denen sich die letzten Strahlen scheinbar verfangen, seine volle Leuchtkraft entfaltet. Der Himmel färbt sich: orange, rot und pink in sämtlichen Abstufungen und hüllt die gesamte Umgebung in sanftes warmes Licht. Dass die Sonnenuntergänge in Westaustralien ganz besonders intensiv sein sollen, davon hörten wir bereits, und trotzdem: wow!

„Meekatharra“ ist ein Wort der Aboriginies und bedeutet soviel wie „Ort mit wenig Wasser“. Der Ort liegt ca. 775 km von Perth entfernt. Fast 600 davon haben wir alleine heute zurückgelegt. Es ist der zweite Tag unseres Roadtrips durch den Norden Western Australias, für den wir knapp vier Wochen eingeplant haben. Bis nach Broome wollen wir fahren – durchs Inland hin, an der Küste zurück nach Perth – danach ist der Süden an der Reihe.

Wieder unterwegs zu sein fühlt sich gut an. Die Haare im Fahrtwind wehen zu lassen und zur Musik mitzugröhlen bis die Stimme streikt sowieso. Obwohl wir den Großteil des Tages im Auto verbracht haben, sprudeln wir fast über vor Glück. Noch machen uns das Fahren und das viele Sitzen nichts aus, wir genießen es sogar; noch sind wir energiegeladen und motiviert. Wir wollen dem Ratschlag eines ehemaligen Baustellenkollegens Stefans folgen: am Anfang möglichst viele Kilometer zurücklegen, die Euphorie ausnutzen, dann gemütlich zurück. 

 

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Für den ersten Tag galt dieser Grundsatz nur bedingt. Schließlich war bereits früher Nachmittag als wir in Perth losfuhren, die Fahrzeit nach ein paar letzten Besorgungen und einem letzten Stop am Meer dann doch eher begrenzt. 

Wir schafften es an diesem ersten (halben) Tag bis nach Pathara, wo wir auf einem zu einer alten Taverne gehörenden Platz kostenlos zelten durften. Die Toiletten waren nutzbar, allerdings nicht durchgehend geöffnet, und so kam auch der neue Klappspaten schneller zum Einsatz als gedacht. Er ist nur eine der letzten Errungenschaften, die uns für unseren Trip, der uns teilweise durch’s Outback führt, als essentiell erscheinen. Den meisten Platz nehmen wohl die beiden großen Kanister Wasser in Anspruch, jeweils 10 Liter, das ist das Mindeste, was man sicherheitshalber an Flüssigkeit dabei haben sollte. In unserem Fall kommen noch mehrere einzelne Flaschen dazu. Aufgefüllt wird wann immer es sich ergibt. Auf den empfohlenen Kanister Benzin verzichten wir, auch aus Platzgründen, nachdem wir die geplanten Strecken nach Tankmöglichkeiten untersuchten. Sowieso werden wir mit Viola, unserem kleinen fliederfarben Toyota Starlet – neben gelegentlich unbefestigten – meist nur auf „richtigen“ Straßen und somit mehr in belebteren Gebieten unterwegs sein (können). So manches geht halt doch nur mit Allradantrieb. 

Unser letzter Reisemonat  bricht an – wir werden ihn jedenfalls genießen!

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Sophie

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