Der große Klick – Kalender gezückt: wir kommen zurück!

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Unzählige Male wurden wir gefragt, wie lange wir noch außerhalb Deutschlands unterwegs sein werden. Eine Antwort darauf wussten wir nie, wollten wir lange vielleicht auch gar nicht wissen. Doch jetzt gibt es da dieses Datum. 

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„Soll ich?“ fragt Stefan und lässt seinen Zeigefinger dicht über das Display seines Smartphones kreisen, nur wenige Millimeter Entfernung liegen zwischen Fingerkuppe und Schaltfläche – dieser ganz bestimmten. „Mach“, sag‘ ich und klick. Zwei, vielleicht drei Sekunden später lädt bereits eine neue Seite, ein paar gesetzte Häkchen später dann die nächste. Noch eine, die letzte, „Confirmation“ steht da. Bestätigung.

Wir haben’s getan. Das, wovon immer klar war, dass wir es tun werden, irgendwann, und was dennoch niemals mehr war, als die Verantwortung von Zukunftsstefan und Zukunftssophie; das, wonach wir unzählige Male gefragt wurden und woraufhin wir uns selbst nur fragend anschauten. Wir haben’s getan: wir haben den Flug gebucht. Diesen ganz besonderen und vorerst erstmal letzten. Nach Hause. Fühlt sich komisch an. Unwirklich erstmal, sowieso; für einen Sekundenbruchteil fast falsch, dann aber auch ganz wunderbar. 

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Es ist nur ein Klick, der so viele Gefühle gleichzeitig in mir auslöst und mich gleichzeitig, wenn auch nur ganz kurz, trotzdem ziemlich leer fühlen lässt.

Ein Potpourri aus Freude, Schwermut, Traurigkeit und soviel mehr. Gefühle, die sich nicht in Worte fassen, teilweise nicht einmal voneinander trennen lassen, und mich in dieser absurden Kombination maßlos überfordern. Und dann ist da noch sowas wie Angst, ganz subtil, ganz unterschwellig – so, dass ich sie gar nicht auf Anhieb als solche erkennen kann.

Wann ungefähr wir zurück nach Deutschland kommen würden, wussten wir schon länger. Jetzt allerdings gibt es da dieses Datum und macht diese ganze Zurückkommsache schlagartig real.  Zu normal ist es geworden, dass eben nichts „normal“, nichts wirklich alltäglich ist, als dass ich mich für einen richtigen Alltag überhaupt bereit fühlen könnte. Ich weiß nicht, ob sich das ändern würde, so ganz automatisch, irgendwann, vielleicht nach ein paar weiteren Monaten unterwegs, oder ob es nicht im Grunde doch einfach eine Sache der Gewohnheit ist. Schließlich hatten wir das vorher auch, einen Alltag mit festem Job und fester Wohnung, und schließlich war das gut so. Und wir glücklich. Fühlt sich gerade nur irgendwie verdammt weit weg an.

Ein bisschen Angst bleibt. Vorm Zurückkommen, vorm Wieder-Ankommen oder davor, dass mir das vielleicht nicht auf Anhieb gelingt. Vielleicht ist es auch nur die Aufregungen. Sicher jedenfalls ist: in erster Linie freue ich mich wie verrückt. Und je näher das Datum rückt, desto größer wird eben diese Freude und überschattet nach und nach alles andere.

 

Freunde und Familie endlich wieder in die Arme schließen zu können, ist wahrscheinlich das Allerbeste, was ich mir aktuell überhaupt vorstellen kann

 

Ich freue mich. Ich freue mich auf Dill, auf Kohlrabi und Quark; auf in meinen Augen „gutes“ Brot und darauf, dieses nicht selbst backen (lassen) zu müssen, sondern einfach kaufen zu können. Quasi überall. Ich freue mich auf Italienische Pizza, deren Preis mir kein schlechtes Gewissen einjagd; auf meinen Lieblingsfrischkäse und bezahlbaren (und trotzdem guten) Wein. Ich freue mich auf mein Fahrrad und auf ein eigenes Zuhauses, nach dem ich  an machen Tagen so sehne. Der Ort, an dem ich in Unterhose zum Kühlschrank gehen kann und ganz sicher nicht schief angeguckt werde. 

Aber am allermeisten freue ich mich auf die Menschen. Ganz bestimmte Menschen, die ich seit letzten Sommer eigentlich durchgehend vermisse. Die meiste Zeit eher unterschwellig, manchmal jedoch so extrem, dass es fast schon körperlich schmerzt und ich mich nahezu überrannt fühle von dieser Sehnsucht, die dann so urplötzlich scheinbar aus dem Nichts auftaucht. Ohne Vorwarnung, ohne Auslöser. Einfach so. Der große Auftritt, boom, Drama! 

Oh ja: Freunde und Familie endlich wieder in die Arme schließen zu können, ist wahrscheinlich das Allerbeste, was ich mir aktuell überhaupt vorstellen kann. Ich fokussiere mich weiterhin auf all die wunderbaren Dinge, die das Datum mit sich bringt – warum sich schon jetzt über eventuelle Rückkommschwierigkeiten sorgen? – und fiebere dem großen Tag entgegen. 

Denn jetzt gibt es da dieses Datum. Keines mit Schnapszahlen zwar, aber doch ein recht hübsches; eines das uns pünktlich zu Beginn des Wochenendes, dem letzten im September, zurück in Deutschland sein lässt. Bei Freunden und Familie – den Menschen, die uns fehlen. So sehr! ♡

 

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Sophie

 

 

2 Gedanken zu “Der große Klick – Kalender gezückt: wir kommen zurück!

  1. Hallo ihr zwei Weltreisende, ich freue mich, dass ihr in die Heimat zurückkehrt und wünsche euch ein gutes Ankommen. Aber ich kenne einen, der sich noch mehr auf das Wiedersehen freut und euch bestimmt schon eine ganze Weile vermisst!
    Liebe Grüße
    Marga Schreiber

    Gefällt 1 Person

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