UP, UP! Über den Dächern der Stadt // Kuala Lumpur, Malaysia

Aufgesucht & angesehen

Wie in eigentlich allen anderen Großstädten auch, findet man in Kuala Lumpur selbstverständlich unzählige Möglichkeiten, von oben einen Blick auf die Stadt zu erhaschen. Zum einen gäbe es da Rooftopbars, natürlich. Zugegebenermaßen fehlt uns aber die Motivation, hierzu weitere (Online-)Recherchen anzustellen und nachdem sich alle Reiseberichte und Tipps und „Do“s und „Don’t“s sowieso ständig widersprechen, der Kopf schon rattert und man überhaupt nicht mehr weiß, was und wem man glauben kann, wählen wir den Weg des geringsten Widerstandes. Und entscheiden uns recht bald für eine der bekanntesten Varianten. Auch, wenn sich hier vielleicht etwas Geld hätte sparen lassen können. 

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PETRONAS VS. KL TOWER

Die Petronas Towers, ein 452 Meter hohes Zwillingsturmpaar, durch eine Brücke miteinander verbunden, bieten ganz sicher einen hervorragenden Blick über Kuala Lumpur. Sie sind die bekanntesten Gebäude der Stadt und stehen aktuell auf Platz acht der höchsten Gebäude der Welt. Es gab Zeiten, von 1998 bis 2004 war das, da führten sie zumindest die offizielle Ausführung dieser Rangliste sogar an. Das allerdings galt damals schon als umstritten. Die höchste Etage befindet sich nämlich bereits auf 375 Metern, gute drei Meter höher kommt dann schon das Dach und der Rest: Naja, die Turmspitzen. Schon damals wären der Willis Tower in Chicago, der Jahre später noch einmal erhöht wurde, sowie das World Trade Center höher gewesen. Egal, ob man vom höchsten begehbaren Stockwerk, der Anzahl der Etagen, der Dachhöhe oder der Gesamthöhe (mit Masten) ausgeht, in allen Punkten wurden die malaysischen Türme übertroffen. Wikipedia erklärt mir, dass allerdings bei der strukturellen Höhe von Gebäude das höchste architektonische oder integrale Element ausschlaggebend ist. Das heißt, es muss wichtiger optischer oder statischer Bestandteil sein. Turmspitzen, wie die Petronas sie haben, zählen dazu, die Antennen des Willis Towers hingegen nicht. „Neue Super-Wolkenkratzer werden im Wettrennen um einen möglichst hohen Listenplatz meist so entworfen, dass die Antennen optisch wesentliche Gebäudebestandteile werden“, so Wikipedia. Verwirrt klicke ich die Seite weg und zum ersten Mal empfinde ich so etwas wie Antipathie einem Bauwerk gegenüber. Angeber.

Die vermutlich bekannteste Alternative: der KL-Tower. Ein Fernsehturm, der größte des Landes und gleichzeitig der siebtgrößte weltweit, der stolze 421 Meter in die Höhe ragt. Die Aussichtsplattformen, davon gibt es gleich zwei, liegen nicht ganz so hoch, dennoch steht unsere Entscheidung schnell fest. Auch, weil wir die beiden das Stadtbild so prägenden Angebertürme jetzt wenigstens auch auf dem Foto haben wollen.

Für den Besuch des KL-Towers, der mit offiziellem Namen „Menara“ heißt, hat man die Möglichkeit, Pakete unterschiedlichen Umfangs zu buchen. „Wenn schon, denn schon“ denken wir uns und entscheiden uns dafür, den Aufpreis für den etwas höher gelegenen Außenbereich inklusive Sky Box, einem begehbaren Glaskasten, zu zahlen. Zusätzlich dürfen wir uns noch eine der um den Turm herum angesiedelten Attraktionen aussuchen. Weil wir uns da nicht ganz einig sind, besucht Stefan den Mini-Zoo und ich das Aquarium. Später, während wir da oben auf den Sonnenuntergang warten – die Zeit, die man im KL-Tower verbringen darf, ist nämlich glücklicherweise unbegrenzt – und darauf, ein weiteres Mal auf die äußere Plattform zu dürfen, von der wir etwas früher am Abend aufgrund des Wetters nach wenigen Sekunden verscheucht wurden, tauschen wir uns aus und bestaunen die Fotos des anderen. Fast ist es so, als hätten wir jeweils beides gesehen. Draußen tobt ein Sturm und die Gebäude verschwinden fast vollständig zwischen gewittrigen Wolken. Das mit der Außenplattform wird nichts mehr – die ist nämlich bei Regen gesperrt. Müssen wir halt mit spiegelnden Fensterscheiben vorliebnehmen.

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TICKETS & PREISE | Die Tickets für die Aussichtsplattform der Petronas scheinen begehrt zu sein. Mehrere Male stoßen wir auf den Tipp, sich bestenfalls gleich morgens um 08:30 Uhr, dann wenn der Verkauf beginnt, anzustellen, um ein Ticket für den jeweiligen Tag zu ergattern. Ratzfatz seien diese vergriffen. Anscheinend gibt es auch noch die wahrscheinlich stressfreiere Variante der vorherigen Onlinereservierung. Anstehen muss man in dem Fall zwar nicht, zahlt dafür allerdings einen Aufpreis. Zumindest finde ich kein Angebot ohne. 

Umgerechnet um die 18 Euro zahlt man laut offizieller Homepage und nach aktuellem Stand als Erwachsener – wenn man sich dazu entscheidet, sich früh aus dem Bett zu quälen. Online finde ich auf die schnelle kein Angebot unter 35 Euro, aber vielleicht müsste man sich einfach mehr Zeit zum Suchen nehmen. Achtung: Anscheinend ist die Besuchszeit auf eine Stunde limitiert. Vorher nochmal abklären! 

Für den Besuch des KL-Towers (Homepage) gibt es verschiedene​ Kombitickets. Entsprechend unterschiedlich sind dann auch die Preise. Neben dem Observation Deck, die etwas tiefer gelegene Plattform und Basis jedes Tickets, bei welchem man durch bodentiefe Fensterscheiben von der Außenwelt getrennt ist, gibt es außerdem das Sky Deck, draußen, sowie die Sky Box, ein gläserner Kasten, der einem das Gefühl geben soll, über die Stadt zu schweben. Oder so. Teil der Pakete ist oft auch mindestens eine der vielen Nebenattraktionen, die sich hier rundum den Turm befinden: Mini-Zoo, Aquarium, 6D Kino, Formel1-Simulatoren, ein „Upside-Down-House“, sowas eben. Ganz leicht fällt es uns nicht, dahinterzukommen, was jetzt in welchem Komboticket genau enthalten ist. Wir kaufen das Ticket vor Ort, um uns diesbezüglich nochmal genauer informieren zu können und entscheiden uns für eine Kombination aus Observation Deck, Außenbereich inklusive Sky Box und einer Zusatzattraktion. Dafür zahlen wir um die die RM 100 pro Person, was etwa 23 Euro entspricht. Nur das Observation Deck mit „kleiner Attraktion“ als Zusatz (F1-Simulator oder Aquarium) gibt es bereits für ein Drittel des Preises. Achtung: Der Außenbereich inklusive Sky Box ist bei Regen geschlossen. So auch bei uns der Fall. Wir hatten Glück und durften wenigstens noch kurz in die Box und konnten immerhin noch ein, zwei Fotos schießen, bevor wir von der Plattform verjagt wurden. Gelohnt hat sich der Aufpreis hierfür in unserem Fall allerdings nur bedingt. Weil der Regen nicht nachließ, bot man uns auf Nachfrage immerhin an, am nächsten Vormittag wiederzukommen. Es gab einen handschriftlichen Vermerk auf die Tickets, deren Gültigkeit wurde somit um einen (halben) Tag verlängert.

Sophie

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