Destination unknown – Die ersten 1638 Kilometer unseres Roadtrips // Australien

Auf Achse, Aufgesucht & angesehen

Hochmotiviert und voller Glücksgefühle machen wir uns auf den Weg. Es gibt einen groben Plan, ein paar Fixpunkte, die Details klären sich unterwegs. Wo wir nach gut zwei Wochen landen, ahnen wir noch nicht, als wir in unser neues Auto steigen und Melbournes Stadtgrenze hinter uns lassen.


// 18.01. – 01.02.2017

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Mein linker Unterarm liegt entspannt auf dem Fensterrahmen, die Scheiben haben wir heruntergelassen. Ganz automatisch klopfen meine Fingerkuppen im Takt der Musik auf die Dichtung aus Gummi. Lautstark gröhlen wir die Lieder unserer eigens für diesen Roadtrip angelegten Spotify-Playlist mit und dass es sich vor uns auf der Straße schon jetzt ziemlich staut, stört uns nicht halb so sehr wie es das täte, wären wir nicht bis obenhin mit Glückshormonen vollgepumpt.

Nach fünf Tagen lassen wir Melbourne hinter uns. Eine Stadt, die wir, obwohl wir zu wenig von ihr gesehen haben, sehr mochten. Wir werden wiederkommen, das steht fest – Spätestens dann, wenn wir unser Auto wieder verkaufen. So lange werden wir darin wohnen und mit ihm gemeinsam das Land erkunden. Wir sind überglücklich. Überglücklich, dass wir so schnell ein so gutes Auto gefunden haben; überglücklich, dass wir nun endlich unterwegs sind. Vor lauter Glück bleibt kaum Platz für andere Gefühle, nur die Aufregung lässt sich nicht gänzlich vertreiben. Wir sind gespannt, was uns erwartet und wohin es uns verschlägt. Das einzige, was von Anfang an feststeht, ist, dass wir Richtung Norden fahren. An der Küste entlang.

Meine Kamera liegt abdrückbereit auf meinem Schoß. Vor allem Australiens typische Tiere zu sehen, kann ich kaum erwarten. Das erste Känguru begegnet uns an Tag drei. Da sind wir gerade auf dem Weg zu „The Nobbies“ in Summerlands, einer Landzunge am westlichsten Ende Philip Islands (Die Insel übrigens, auf der die drei Hemsworth-Brüder aufwuchsen). Recht klein und gut getarnt steht es am Straßenrand und bis ich seine Anwesenheit überhaupt erst richtig wahrnehmen kann, sind wir schon längst an ihm vorbeigerauscht. Das nächste Exemplar sehen wir wenig später. Zumindest das, was von ihm übrig ist. Es ist ein überfahrenes. Genauso wie die vielen darauf folgenden. Mein Glückshormonspiegel sinkt. Das mit den Wildunfällen ist ein echtes Problem hier, Tage ohne Kangaroo Roadkills gibt es praktisch keine. Die meisten davon geschehen bei Dämmerung, weswegen auch viele Autoversicherungen keine Schäden abdecken, die unmittelbar vor Sonnenunter- bzw. nach Sonnenaufgang entstanden sind und auch wir vermeiden es, während diesem kritischen Zeiten unterwegs zu sein.

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Irgendwann später, im Wilsons Promotory National Park, gelingt es uns dann wirklich, ganz in Ruhe eine Menge Kängurus zu bestaunen. Aber unser Herz erobern letztendlich Wombats: Dank eines wunderbaren kostenlosen Campingplatzes (Bandeela Recreation Area, Kangaroo Valley (Homepage))  schlafen wir auf einer riesengroßen Wiese im Grunde direkt zwischen ihnen. Kurz vor Sonnenuntergang kommen sie aus ihren Löchern, streunern umher, kratzen sich an den Pfosten der Zäune, die das Gelände eingrenzen – später dann, wir befinden uns bereits im Halbschlaf, auch an unserem Auto – und bringen die Anwesenden fast ausnahmslos zum Schwärmen. Auch wir sind hin und weg und bleiben gleich zwei Nächte.

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Wir fahren also erstmal relativ planlos Richtung Norden. Unterwegs gibt es ein paar Orte, die wir sehen möchten und wenn wir nicht gerade durch Nationalparks wandern oder mit Kängurugucken und Wombatfotografieren beschäftigt sind, halten wir nach Jobs Ausschau. Zuerst ein bisschen Geld verdienen, dann wieder mehr reisen, so der Plan. Die Orte, für die uns jetzt keine Zeit bleibt, können wir getrost aufschieben. Für den Rückweg dann. Spätestens Ende März werden wir wieder Richtung Melbourne unterwegs sein. Eine Arbeitsstelle werden wir schon finden, da sind wir zuversichtlich. Wir suchen nach verschiedenen Tätigkeiten in einem grob eingegrenzten Gebiet. Wohin uns unsere Route dann im Genauen führt, wird sich zeigen. Diese Entscheidung soll weitgehend unser zukünftiger Arbeitsplatz für uns treffen.

Ganz so einfach, wie gedacht, ist die Sache mit dem Job dann doch nicht. Von Fruitpicking, auf das wir uns zu Beginn unserer Suche noch sehr fokussieren, nehmen wir nach und nach Abstand. Zwar finden sich in dem Bereich viele Jobs, so gut bezahlt, wie uns schon oft erzählt wurde, sind jedoch bei Weitem nicht alle. Und so nötig, dass wir uns den Rücken für einen höchstens mittelmäßigen Stundenlohn und eine unverschämt teure Unterkunft kaputt machen, haben wir das Geld dann doch nicht.

Wir suchen weiterhin, machen uns aber keinen Druck. Irgendwas ergibt sich doch immer.

Ende Januar werden wir fündig. Der erste Teil unseres Roadtrip endet nach fünfzehn Tagen Autofahren, Kängurugucken, Wombatfotografieren und Nationalparks besuchen bei Byron Bay. Das entscheidet unser zukünftiger Arbeitsplatz für uns. Hinter uns liegen bereits jetzt mehr als tausendsechshundert Kilometer.

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Sophie

3 Gedanken zu “Destination unknown – Die ersten 1638 Kilometer unseres Roadtrips // Australien

  1. Hey!
    ja kommt nach bangkok zurück. das visum gilt ja ein jahr. und wenn ihr 88 tage farmarbeit leistet, könnt ihr den gleichen antrag nochmal stellen. fett kohle verdienen und dann weiterreisen. hängt halt von eurer planung ab. aber wie das halt mit schlachtplänen so ist: die halten immer nur bis zum ersten feindkontakt 😀
    ich hab bei der organic farm in queensland nachgefragt, jetzt grade suchen die halt keinen, weil ja „herbst“ ist und planting season, aber ab juli/august gehts da wieder vorwärts. 40 stunden die woche a 19 dollar mal 2 personen = 1520 aud pro woche. macht das mal 3 monate und australien ist ja auch gross genug, da gibts noch genug zu sehen 🙂
    viel spass weiterhin!

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  2. und was ist das jetzt für ein job?????? ich will auch wieder nach Australien. Wie sucht ihr jobs? kennt ihr gumtree.com.au? wenn ihr etwas weiter landeinwärts sucht, falls das kein problem für euch ist/wäre, da finden sich normalerweise auch viele jobs, da die ganzen backpacker an der küste sind und sich dort gegenseitig die jobs wegschnappen (die für wenig geld). Also im März hab ich schon auf der Baumwollfarm für 21au$ gearbeitet 🙂
    viel spass weiterhin!!!!
    lg
    pascal

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    1. hey! ja hatten jetzt immer vor allem bei gumtree und in Facebookgruppen geschaut. Waren jetzt 1 Monat bei so nem Paar und haben hauptsächlich Gartenarbeit, Streicharbeiten und Putzkram und sowas gemacht. Dann eine Woche haussitting. Wurden dort zwar auch nur nach WWOOF-Vorgaben bezahlt, konnten dann aber noch was dazuverdienen. Und nur vier Stunden Arbeit am Tag und eigene kleine Wohnung (und Pool) im Hinterland bei Byron Bay. War im Grunde dann mehr Urlaub als Arbeit, aber geldmäßig blieb trotzdem was hängen und wir hatten eine tolle Zeit (mit regelmäßigen Essenseinladungen und Pizzadates). Wollten ursprünglich nur ein, zwei Wochen bleiben, weil wir ja eigentlich so „richtig“ ackern wollten, es hat uns aber so gut gefallen und die beiden waren so super, dass es Endeffekt dann doch sehr viel länger war. Jetzt erst mal rumfahren, war jetzt nicht so wie wir uns das vorgestellt hatten mit Arbeit, aber gerade haben wir keinen Bock mehr zu suchen. Scheiß Work and Travel Visa hätten wir uns halt sparen können nach aktuellem Stand. Überlegen, deswegen nach Asien nochmal zurück zu kommen, das „Problem“ ist nämlich, dass wie Anfang April schon in Bangkok sein müssen, weil uns dort Freunde erwarten.
      (Landeinwärts ist aber ein guter Tipp jedenfalls! Die ganzen jungen deutschen Backpacker gehen mir eh auf den Sack),
      Ofi

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