Mitten im Nirgendwo // Forgotten World Highway, Neuseeland

Auf Achse

Über vier Bergsattel windet sich die Straße, die offiziell New Zealand State Highway 43 heißt. Wir fahren hoch, runter, wieder hoch; schlängeln uns so am Abhang entlang, eine Kurve nach der anderen. Dabei halten wir uns möglichst weit rechts. Links geht es viele Meter steil nach unten.

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Endlich unterwegs! Knapp fünf Wochen lang machen wir zu viert – Marie, Stefan, Henni und ich – die Straßen Neuseelands unsicher (- die genaue Route findet ihr hier).

 – TEIL 4 –

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// 11.12.2016 | Taumarunui – Stratfort, Neuseeland (Nordinsel)

Mit beiden Armen umschlinge ich meinen Bauch. Er schmerzt bereits  vor Lachen – damit aufhören kann ich trotzdem nicht. Ständig muss ich mich daran erinnern, nebenher weiterzuatmen. Wenigstens das. Stefan sitzt links von mir, Marie rechts; auch sie kriegen sich vor Gelächter kaum ein. Ab und zu verschluckt sich jemand, hin und wieder rollt eine Freudenträne über irgendeine Wange, wir schnappen nach Luft.

Der Tag ist noch jung und wir erst seit wenigen Kilometern unterwegs, als unser Tageshighlight bereits feststeht.

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Aah, der Dicke!, ruft Marie. Weiteratmen, ermahne ich mich. Immer mehr aufgebrachte Schafe rennen an uns vorbei, ihre bewollten Hinterbacken schaukeln lustig hin und her. Das Zucken meines Zwerchfells scheint sich dem Takt anzupassen.

Wir fahren über den FORGOTTEN WORLD HIGHWAY. Klingt dramatisch – Der erste Gedanke, der mir in den Kopf schoss, als Stefan früher am Morgen davon erzählte. Diese Bezeichnung, so erklärt er, verdankt die Straße ihrer abgelegen Lage. Tatsächlich begegnen uns während unserer mehrstündigen Fahrt auf der 155 km langen Strecke, die die Orte Taumarunui und Stratfort miteinander verbindet, nicht einmal zwanzig andere Fahrzeuge. Und das, obwohl sie mittlerweile schon lange kein Touristen-Geheimtipp mehr ist.

Über vier Bergsattel windet sich die Straße, die offiziell New Zealand State Highway 43 heißt. Wir fahren hoch, runter, wieder hoch; schlängeln uns so am Abhang entlang, eine Kurve nach der anderen. Dabei halten wir uns möglichst weit rechts. Links geht es viele Meter steil nach unten.

Irgendwann passieren wir auf einspuriger Strecke den schmalen Moki Tunnel. Er ist hundertachzig Meter lang, unbeleuchtet und kaum breiter als unser Van; Einheimische nennen ihn Hobbit Hole.

Je länger wir fahren, desto verlassener ist unsere Umgebung. Die Natur wirkt unberührt und die Straße selbst immer weniger wie eine Straße.  Über eine Länge von elf Kilometern ist sie komplett unbefestigt, Fahrbahnmarkierungen gibt es schon lange keine mehr. Immer wieder warnen uns Schilder vor Wash-Outs. Hier ist die sowieso schon schmale Fahrbahn besonders eng, leuchtende Pylone markieren besagte Stellen. Sie wirken deplatziert so mitten im Nirgendwo.

https://youtu.be/BBhiPaAiBV4

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Sophie


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