Zwölf Stunden // Von Buenos Aires nach Auckland

Auf Achse

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// 23. / 25.11.2016 | Buenos Aires, Argentinien – Auckland, Neuseeland

Zwölf Stunden. So lange dauert der Flug nach Neuseeland. Zwölf Stunden muss ich im Flieger sitzen. Das ist mehr als doppelt so lang wie mein bis dahin längster Flug. Ich bin aufgeregt. Schon seit Tagen. Meinen am Vormittag lackierten Nagellack hab ich schon Stunden vor Abflug vollständig abgeknibbelt. Ich flieg nicht besonders gerne und wahrscheinlich werde ich mich nie daran gewöhnen. An das Gefühl jegliche Verantwortung abzugeben, den unbekannten gesichtslosen Personen da vorne im Cockpit vollstes Vertrauen entgegenzubringen. Wobei: Der Flug an sich ist in Ordnung, abhängig vom jeweiligen Multimediaangebot sogar einigermaßen bis sehr, sehr angenehm. Schlimm ist die Zeit davor. Und der Start. Und die erste halbe Stunde. Und die letzte.

Stefan redet mit gut zu, das tut er immer, und ja ja, ich kenne die Statistiken von Flugzeugunglücken. Und jaja, „die Autofahrt zum Flughafen ist gefährlicher als der Flug selbst“. Aber Zahlen und Fakten und Daten und Experten ändern nichts an meinen Unwohlsein. Wäre ja auch zu einfach, wenn sich Sorgen und Ängste einfach so wegrationalisiert ließen.

Immerhin können wir nebeneinander sitzen, ich deute das als gutes Omen. Selbstschutz kann ich.  Dass wir uns eine Sitzreihe teilen dürfen ist nämlich sowas wie Glück und nur dem netten Mann geschuldet, der seinen Platz ohne mit der Wimper zu zucken mit meinem tauscht. Das war ja einfach.

Der Dritte im Sitzbankbunde ist freundlich und sympathisch. Sicher auch ein gutes Zeichen. Mir Sachen einreden kann ich. Das Multimediaprogramm ist super, das Essen auch und das Bordpersonal hat einen tollen Humor. YES, YES, YES! Obwohl der Australier rechts von mir etwas zu viel Platz braucht – ich verzeihe ihm, schließlich ist er freundlich und sympathisch – gelingt es mir, eingewickelt in die überraschend kuschelige Flugzeugdecke, zu schlafen. Nicht besonders gut zwar, aber immerhin, ich will nicht meckern. Der mittlere Sitzplatz war schon immer ein undankbarer.

Der Flug verläuft reibungslos, die Landung ebenfalls und getreu aller selbst zurechtgelegter Vorzeichen erreichen wir gesund und munter den Boden Neuseelands. Als wir in Auckland verschlafen aus der Maschine klettern ist es irgendwas zwischen drei und vier Uhr morgens. Fünfundzwanzigster November. Den vierundzwanzigsten haben wir dank Langstreckenflug und Zeitverschiebung komplett übersprungen.

Bis acht Uhr müssen wir warten. Kaffee und Dusche (Danke dafür, du toller Flughafen!) halten uns in Schuss. Dann bringt uns ein Shuttle-Service zum Mietwagenunternehmen. Eine Woche lang werden wir die Nordinsel mit dem Auto erkunden. Eine Woche in unserer Klapperkiste unterwegs sein, bis  es uns am zweiten Dezember zurück nach Auckland zieht. Denn dort haben wir ein Date. Und wir freuen uns wahnsinnig!

Sophie

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