Slow Down. Machu Picchu: Nein, Danke // Cusco, Peru

Abschalten, Alltag

Cusco: Der perfekte Ausgangspunkt für eine Weiterreise zum Machu Picchu. Für viele Touristen sogar ausschlaggebender Grund für einen Aufenthalt in der Stadt. Und wir? Lehnen dankend ab.

// 24.- 29.10.2016 | Cusco, Peru

Wir haben hin und her überlegt, abgewägt, sind in den Köpfen Pro und Kontra durchgegangen. Mehrfach. Wir kommen zu einer Entscheidung, nur um sie kurz darauf wieder anzuzweifeln, dann zu verwerfen, eine neue zu treffen. Wollen wir wirklich zum Machu Picchu? Uns inmitten unzähliger Touristen, die busweise angekarrt werden, nach oben kämpfen? Wollen wir mitten in der Nacht loswandern, nur um wenigstens in Ruhe ein paar Fotos schießen zu können, bevor der ganz große Ansturm kommt? Sind wir bereit, so viel Geld auszugeben? Unser Budget ist begrenzt, wie könnten uns Stress und Kosten sparen und dafür beispielsweise einen Monat länger in Südostasien bleiben. Und überhaupt: was wäre ein Ausflug zum Machu Picchu für uns? Freier Wille oder vermeintlicher Pflichtbesuch?

Im Grunde stand der Entschluss schon länger fest; Nein, Danke, wir setzen aus. Und trotzdem: immer wieder Verunsicherung. Flugblätter und Plakate, die unvergessliche Augenblicke versprechen. Artikel in Blogs und Magazinen, die uns mit ihren „Must See!“s und den zugegebenermaßen ziemlich beeindruckenden Fotos fast schon ein schlechtes Gewissen einreden. Zumindest an schlechten Tagen. Werden wir es bereuen, auf einen Besuch der als „eindrucksvollstes Erbe der Inka“ geltenden Sehenswürdigkeit zu verzichten? Ganz sicher nicht. Weil es für uns, auch auf die Gefahr hin nie mehr nach Peru zu kommen, in diesem Moment definitiv die richtige Entscheidung ist. Bestimmt werden wir sie hin und wieder anzweifeln, wenigstens ganz kurz, spätestens wahrscheinlich wenn das nächste Mal jemand fragt: „Na, Machu Picchu?“ und auf unsere Antwort nicht viel mehr als Augenrollen und Unverständnis folgen.

Überhaupt hat sich unsere Art zu reisen in den letzten Monaten verändert. Wir sind nicht mehr darauf aus, jede noch so berühmte Sehenswürdigkeit zu sehen, jagen keine Attraktion nach der anderen. Wir reisen langsamer, vielleicht bedachter, und im Mittelpunkt stehen vor allem das Kennenlernen der fremden Kulturen, die Menschen und ihr Umgang miteinander. Das Entdecken der feinen Unterschiede im Alltag – und sei es nur, die in der Kaffeezubereitung oder der Entsorgung von Toilettenpapier. Wir sind eben nicht auf einem Drei-Wochen-Trip und wären wir erst seit kurzer Zeit unterwegs, ich bin mir sicher, wir hätten nicht mal mit dem Gedanken gespielt, den Machu Picchu nicht zu besuchen, „gehört schließlich dazu“.

Aber jetzt, nach fast vier Monaten unterwegs, sagen wir „Nein“.

Und stattdessen? Trinken wir Kaffee über den Dächern der Stadt, schlendern durch die schmalen Gassen, über Märkte. Ein Museumsbesuch hier, noch mehr Kaffee mit Blick über die Stadt, ein Museumsbesuch dort. Wir genießen Cusco. Einfach so, als die wunderbare Stadt, die sie ist. Und wir fühlen uns so gut dabei!

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2 Gedanken zu “Slow Down. Machu Picchu: Nein, Danke // Cusco, Peru

  1. Hallo ihr zwei,

    ziemlich mutig von euch, sich bewusst gegen den Besuch einer solchen Touristenattraktion zu entscheiden! Ich bin mit meinem Freund Jens nun auch schon eine Weile in der Weltgeschichte (derzeit in Südamerika) unterwegs und wir haben ebenfalls festgestellt, dass eben nicht immer alles geht und man sich manchmal einfach auch mal treiben lassen muss, anstatt eine Sehenswürdigkeit nach der nächsten abzuklappern. Denn das macht irgendwann einfach weder weiterhin Sinn noch Spaß. Und das oft gehörte „Wart ihr dort? Habt ihr jenes gesehen?“ uns man dann einfach mal ignorieren – und Kaffee trinken gehen 😉

    Wünsche euch weiterhin eine tolle Reise & wunderbare Erlebnisse,
    Lisa (von travelbites.de)

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    1. Hey Lisa! Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich sehe, wir haben uns dasselbe Zitat von Johann Wolfgang von Goethe zum Reisemotto gemacht. Find ich gut! Ihr scheint euch ja gerade in der ähnlichen Ecke rumzutreiben wie wir. Gehts für euch nach Peru auch Richtung Bolivien?
      Wir wünschen euch auch eine wunderbare (und sichere!) Weiterreise.
      Liebe Grüße, Sophie

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