Käseeis, Kokatee, Kultur // Unter Anleitung durch Arequipa, Peru

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Umzingelt von drei Vulkanen. Chachani, Picchu Picchu und dem noch aktiven Misti. Auf 2335 Metern gelegen und wirtschaftlich von großer Bedeutung: Arequipa.

// 22. – 23.10.2016 | Arequipa, Peru

Warum Arequipa auch „Die weiße Stadt“ genannt wird, brauchen wir euch an dieser Stelle nicht ausführlich zu erklären, das könnt ihr ebenso gut bei Wikipedia nachlesen. Nur soviel zur Beinamensentstehung: Es gibt zwei Geschichten dazu. Im Mittelpunkt der einen steht Weiß als Haut-, in der anderen als Hausfassadenfarbe. Letztere mögen wir lieber.

Bevor wir die hübsche Stadt auf eigene Faust erkunden, nehmen wir an einer Free Tour teil. Free bedeutet natürlich nicht wirklich free, sondern auf Trinkgeldbasis. Dass sich der Tag am Ende ziemlich auf Essen und Trinken fokussiert, wissen wir noch nicht als wir kurz vor zehn Uhr morgens am Sammelpunkt eintreffen. Zur Begrüßung: Ein Kakaoschalentee. Zum Abschluss: ein Miniatur-Pisco-Sour. Dazwischen: das Kennenlernen netter Menschen und natürlich allerlei Fakten über die Stadt.

Manches ist uns bereits bekannt, anderes nicht. Einer der wohl wichtigsten und nicht in bereits erwähnter Online-Enzyklopädie nachzulesenden Hinweise ist wahrscheinlich der, dass es keine besonders gute Idee ist, Ceviche irgendwo nach elf Uhr am Vormittag zu bestellen. Wir werden hellhörig. Das peruanische Fischgericht steht ziemlich oben auf unserer Zu-Probieren-Liste. Im Anschluss schwärmt sie von Rocoto, ein sehr scharfes Gewächs, das aussieht wie eine Kreuzung aus Paprika und Tomate. Zur Gattung ersterer gehört sie auch. In der Regel wird sie gefüllt und überbacken serviert, obendrauf ein Spiegelei. Die Füllung wie erwartet zum Großteil aus Hackfleisch bestehend. Raus. Sich fleischlos zu ernähren ist generell nicht einfach in Peru. Auch sehr gut, aber eher etwas für besondere Anlässe: Meerschweinchen. Zum Beschweren ein umgebundener Stein, dann das Tier als Ganzes in die Fritteuse. Eine Sache, die ganz gewiss nicht auf unseren Tellern und schon gar nicht in unseren Mägen landen wird.

Gänzlich gescheitert ist unser Vorsatz möglichst viel Einheimisches zu probieren bisher trotzdem nicht. Kokatee beispielsweise haben wir schon mehrmals getrunken. Schmeckt wie Grüntee, sag ich. Macht was in meinem Kopf, sagt Stefan.

Außerdem: Queso Helado. „Käseeis“, wenn man den Namen der typisch arequipanischen Süßspeise wörtlich übersetzt, was man vielleicht nicht unbedingt tun muss, weil es nicht nur ziemlich abartig klingt, sondern auch total irreführend ist. Während es sich tatsächlich um eine Art Speiseeis handelt, die Konsistenz eher Sorbet als Sahneeis, sollte man dem ersten Part der Übersetzung nicht ganz so viel Aufmerksamkeit zukommen lassen. Auf der Zutatenliste: Zimt, Vanille, Kokos, Milch, gezuckerte Kondensmilch und bestimmt noch mehr aber ganz sicher kein Käse. Geschuldet ist der Name dem Aussehen des Desserts und tatsächlich erinnert auch der bei Doña Rosa zu beobachtende Herstellungsprozess der klebrigen Masse an die traditionelle Gewinnung von Käse. Routiniert sind ihre Handgriffe, sie macht das Ganze seit Jahrzehnten. Hier in der Halle des Marcado San Camilo, dem großen authentischen Markt mitten in der Innenstadt. Umgeben von Obst- und Gemüseständen, Fleisch- und Fischverkäufern, Imbissbuden, Verkaufsständen mit frischen Fruchtsäften. Hin und wieder ein Stand mit Schnittblumen, bunte Hüte und Taschen im Ethnomuster, Babystrampler im Pikatchudesign. Süßigkeiten, Inca Kola und Alpakaföten.

Doña Rosa macht das beste Queso Helado der Stadt. Zumindest, wenn man unserer Stadtführerin Glauben schenken mag. Sie ist es letzten Endes schließlich auch, die uns zu ihr bringt. Ob das stimmt, wissen wir nicht. Geschmeckt hat es uns jedenfalls – dem einen besser als dem anderen – und selbst falls ihr Eis doch nicht das Beste sein sollte, so ist eines fast sicher: die süßeste Eismacherin ist sie allemal.

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