las complicaciones // USA – Peru

Abschied, Angekommen, Auf Achse

Nach genau zwei Monaten verabschieden wir uns von den Vereinigten Staaten und machen uns auf den Weg nach Südamerika. Alles nicht so einfach.

// 08.10.2016 

Samstag. Wir stehen am Flughafen, früh genug, erst in etwas mehr als drei Stunden hebt unser Flieger ab. Bei der Gepäckaufgabe sagt man uns, dass wir, anders als unsere Quelle uns weismachen will, doch ein Ausreiseticket vorweisen müssen um überhaupt in das Flugzeug nach Südamerika steigen zu dürfen. Zumindest bei unserer Airline. Kein Problem, auch ein Busticket ist ausreichend, also kaufen wir ein günstiges von Peru nach Bolivien. Ob es letztendlich genutzt wird, interessiert uns erst mal wenig, das liegt in der Entscheidungsmacht von Zukunftsstefan und Zukunftssophie. Bis kurz vor Reiseantritt können wir die Fahrt jedenfalls stornieren.

Wenige Minuten kann es dauern, bis wir die Tickets per Email erhalten. Steht da. Vom Kreditkartenkonto abgebucht ist das Geld bereits, aber auch nach einer Stunde fördert das Emailpostfachaktualisieren in Dauerschleife keine neue Mail zu Tage. Nein, auch nicht im Spamordner. Ein Anruf bringt uns auch nicht weiter, dafür ist unser Spanisch nicht ausreichend. Also aktualisieren wir weiter. Nichts. Ein Systemfehler, wird man uns irgendwann später – zu dem Zeitpunkt sind wir bereits in der Luft – bei Facebook mitteilen.

Nach einer Weile geben wir auf, gehen nochmal zum Schalter, schildern die Situation, zeigen die Kreditkartenabbuchung und den Bestätigungstext im Internetbrowser – was natürlich nicht ausreicht. Das Personal macht uns folgenden Gegenvorschlag: Wir sollen uns je ein Ticket zurück nach Fort Lauderdale kaufen und diese dann direkt nach Ankunft am Flughafen in Lima am Schalter der Airline stornieren. Innerhalb vierundzwanzig Stunden bekämen wir die volle Rückerstattung, meint eine Mitarbeiterin. Sie bittet uns noch eine Weile zu warten, vielleicht kommt die Email doch noch, in vierzig Minuten sollen wir wiederkommen. Sie suche uns dann was günstiges. Eine knappe dreiviertel Stunde später: Ticketkauf. Währenddessen die kurze Überlegung, den Flug, der auf Ende November datiert ist, tatsächlich anzutreten. Aber auch die Überlegung verschieben wir auf die Zukunft, egal jetzt, total egal, unsere Gegenwart-Ichs sind jedenfalls erst mal erleichtert. Den Flug können wir antreten.

Wir sitzen im Flieger. Fliegen. Landen. Alles gut.

Bodenkontakt. Nach erfolgreicher Einreise möchten das Ticket stornieren, fragen nach dem Schalter unserer Airline, mehrfach, keiner scheint zu wissen, wohin wir müssen, trotzdem werden wir hin und hergeschickt. Jeder einzelne der Gefragten zeigt in die Richtung aus der wir jeweils gerade kamen, begleitet wird das Ganze meist von einem Schulterzucken. Wir suchen den Schalter. Nichts. Die Rumrennerei kostet Zeit, Kraft und zerrt an unseren Nerven, wir sind erledigt. Wir wählen uns in das Wlan-Netz ein, können glücklicherweise auch online stornieren. Das tun wir, kaffeetrinkend.

Geschafft. Wir öffnen die Uber-App, wollen uns zum Hostel fahren lassen, finden sofort einen Fahrer und verlassen das Gebäude um zum Treffpunkt zu gehen. Draußen ist die Hölle los, zig Menschen reden auf uns (und jeden) ein, fragen, ob wir ein Taxi brauchen, sie seien offizielle Fahrer. Zum Beweis halten sie uns ihre Fahrausweise unter die Nase – Karten, die an langen Bändern um die Hälse baumeln – und kommen dabei viel zu nah. Keiner will lockerlassen, lehnt man dankend ab, fragen sie nochmal und nochmal und noch sehr viel öfter. In dem ganzen Trubel verpassen wir entweder unseren Fahrer oder der Treffpunkt ist unklar oder wie auch immer, genauer verfolgen können wir das Ganze wegen Internetlosigkeit hier draußen nicht. Jedenfalls hätte er schon längst da sein müssen.

Wieder im Gebäude: Die App sagt jetzt plötzlich, dass das Abholen an vereinbarter Stelle nicht möglich ist, es einen speziellen Uber-Pickuppoint gibt. Dorthin bestellen wir einen zweiten Fahrer. Wir gehen zum besagten Ort, nach Sammelpunkt sieht hier zwar nichts aus, aber gut, dann warten wir eben. Es ist eine extrem befahrene Straße an der wir stehen, Verkehrspolizisten pfeifen mit schrillen Trillerpfeifen, versuchen das Chaos im Zaum zu halten.

Wir zweifeln immer noch an der Richtigkeit unseres Standortes, aber man versichert uns, dass wir hier richtig sind, also warten wir weiter. Wir halten nach dem Nummernschild Ausschau und wimmeln einen „offiziellen“, „autorisierten“ Taxifahrer nach dem nächsten ab. Wieder kommt niemand.

Letzten Endes finden wir uns dann doch in einem verbeulten Taxi wieder. Mittlerweile sind seit der Landung beinahe drei Stunden vergangen. Wir können zum Glück in US-Dollar zahlen, Soles haben wir noch keine; vor der Fahrt vereinbaren wir einen Festpreis.

Es ist unglaublich viel los auf den Straßen. Ich bin unendlich froh, als das Verkehrschaos überstanden ist und wir endlich im Hostel ankommen.

(Dort streikt übrigens der Scanner und wir können das Eincheckverfahren nicht abschließen. Macht aber nichts, hält uns nur kurz auf. Wir verschieben das Ganze auf den nächsten Tag.)

Sophie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s