„Sie haben Ihr Ziel erreicht“ // Über Umwege nach Key West, USA

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Hundertzwanzig Meilen liegen zwischen unserer Unterkunft in Homestead und Key West, zweiundvierzig Brücken. Gut zweieinhalb Stunden Autofahrt trennen uns somit von der Stadt am Westende der Florida Keys und wir brauchen gleich zwei Anläufe um hinzukommen.

 

bjgu

// 30.09. + 03.10.2016 | Key West, USA

Wir sitzen im Auto, auf dem Rücksitz eine große Kühltasche: Unsere Verpflegung für den Tag. Es ist früher Vormittag und wir wollen den Tag in Key West verbringen. Dort am Abend den Sonnenuntergang anschauen, dringend mindestens ein Stück Key Lime Pie essen, eventuell irgendwo irgendwann noch einen Zwischenstopp an irgendeinem der vielen Strände einlegen. Auf halbem Weg trifft uns die Erkenntnis wie ein Schlag: Das Portemonnaie. Es liegt in Homestead. Also Stefans. Sämtliches Bargeld befindet sich darin und weil ich mich zu sehr auf ihn verließ – selbst schuld – und gar nicht erst auf die Idee kam, meine bargeldlose Börse einzustecken (warum auch?), haben wir nicht mal eine Kreditkarte dabei.

Trotzdem fahren wir weiter. Wenigstens noch ein Stück bis zum nächsten Strand, schließlich soll dieser doch so superschön sein. Wir kommen dort an, stellen fest, dass die Benutzung Geld kostet – zu viel um es bei Passanten zu erbetteln – und kehren um. Mein Herz schlägt ab und zu ein bisschen aus dem Takt, nämlich immer genau dann, wenn wir ein Polizeiauto sehen. Und davon gibt es viele hier, warnend stehen sie am Straßenrand. In keinem von ihnen sitzt jemand und ihre einzige Daseinsberechtigung scheint darin zu liegen, die Leute abzuschrecken. Zu ermahnen, sich ja an die Verkehrsregeln zu halten. Paranoid wie ich manchmal, ganz selten, sein kann, vermute ich natürlich an jeder Ecke eine Polizeikontrolle. Wir können uns nicht ausweisen und eine Diskussion mit irgendeinem Policeofficer ist ungefähr das Letzte, wonach mir der Sinn steht.

Abgesehen von meiner leicht ausgeprägten Möchtegernherzrhytmusstörung geht es mir gut. Ärgern lassen wir uns nicht. Also Stefan irgendwie schon, immer mal wieder, aber im Grunde ärgert ihn nicht die Situation, sondern er sich über sich selbst. An einem Visitorcenter auf Pigeon Key machen wir Halt, lassen uns von der netten Lady hinter der Verkaufstheke die besten kostenlosen Strände auf einer Karte zeigen. Kurz darauf liegen wir im weißen, feinen Sand; an einem Strandabschnitt der sehr viel schöner ist, als wir es uns hätten vorstellen können. Und wir sind fast alleine. Auf dem Rückweg setzt ein Gewitter ein, Regen. Vielleicht haben wir doch alles richtig gemacht.

Bis zu unserem zweiten Versuch soll es ein paar Tage dauern. Dazwischen liegt das Wochenende, den damit einhergehenden Trubel auf der eh schon sehr touristischen Insel möchten wir gerne umgehen.

Es macht mir nichts aus, die Strecke ein weiteres Mal zu fahren. Es gibt viel zu sehen unterwegs: pastellig-bunte Häuschen reihen sich aneinander, am Straßenrand stehen Briefkästen in Seekuh-, Fisch-, und Krokodilsform; Schilder erzählen in Riesenlettern von günstigen T-Shirts im Fünferpack, versprechen weltbeste Burger und „award-winnig“ Key Lime Pies. Ich bin Beifahrer, knipse fröhlich aus dem Fenster, schieße ein misslungenes verwackeltes Bild nach dem anderen.

Key West ist toll. Und obwohl es sich hier um ein bei Reisenden sehr beliebtes Ausflugsziel handelt, ist es sehr viel weniger touristisch und überlaufen als gedacht. Hoch lebe die Nebensaison!
(Und Key Lime Pie!)

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Sophie

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