On The Road – Again // USA-Roadtrip

Auf Achse

Mit nach unten gekurbelten Fenstern fahren wir über verlassene staubige Straßen, vorbei an einsamen Tankstellen und Kuhweiden. Zu zweit. Die Haare wehen im Fahrtwind, die Sonne brennt in den Augen und aus den Boxen dröhnen im Wechsel Countrysongs, 80er-Jahre-Hits und ein Kriminalhörbuch.
Wir haben ein Auto gemietet. Also doch! Geplant war eigentlich alles ganz anders.

Ein Mietwagen bedeutet Kosten. Kosten, die wir uns ersparen wollen. Deshalb beschließen wir zunächst per Anhalter zu fahren. Weil wir das für ziemlich klug (weil günstig) und uns für unwahrscheinlich flexibel halten. Das mit der Flexibilität soll sich schnell als Irrtum herausstellen: Wir wollen weiterhin zelten, doch die Sache mit den Campingplätzen ist hier nicht ganz einfach. Viele davon sind nur für Wohnmobile gedacht und die Infos, die wir diesbezüglich übers Internet bekommen rar. Nicht selten wird die Empfehlung ausgesprochen weit im Voraus telefonisch zu reservieren und da wir teilweise nicht mal wissen, ob auf dem jeweiligen Platz etwas für uns frei ist, bis wir dann tatsächlich direkt davor stehen, brauchen wir Ausweichmöglichkeiten. Je mehr desto besser. Hitchhikend können wir kaum mehrere Plätze am Tag abklappern, also verwerfen wir den Gedanken und suchen nach einer tagesbudgetfreundlichen Alternativlösung.

So ergibt sich die Möglichkeit, eine Couchsurferin bei ihrem geplanten Roadtrip zu begleiten. Sie besitzt ein Auto und wir vereinbaren ein Treffen. Bis sie uns dann kurz vor knapp doch absagt. Familiärer Zwischenfall.

Notgedrungen, ein bisschen verzweifelt und ohne viel Hoffnung wühlen wir uns ein letztes Mal durch die Mietwagenangebote. Und haben Glück!
Wir buchen das verhältnismäßig günstige Auto, das uns überraschenderweise nicht aus dem selbst gesteckten Tageskostenrahmen fallen lässt, sofort für die nächsten zwei Wochen und finden – wieder über Couchsurfing – schnell eine potentielle Reisebegleitung. Wir schreiben miteinander, wollen videochatten um die Details zu besprechen. Doch als es ernst wird, bleiben die Antworten plötzlich aus.

Schade. Eine Begleitung hätte uns einiges an Kosten erspart – nicht nur wegen des Mietwagens. Beim Campen zahlt man hier beispielsweise nicht pro Person, sondern pro Campsite, welche oft für bis zu acht Personen ausgelegt sind. Bei den Nationalparks ist die Handhabung ähnlich: Es wird pro Fahrzeug abgerechnet, wobei die Anzahl der Insassen erst einmal zweitrangig ist.

Stattdessen genießen wir jetzt zu zweit die Fahrt auf verlassenen staubigen Straßen mit nach unten gekurbelten Fenstern. Kriminalhörbücher, Countrysongs und 80er-Jahre-Hits hörend. Und freuen uns, dass es niemanden gibt, der sich daran stören könnte, dass wir ab und zu lauthals mitgröhlen.

Sophie

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